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Track des Tages
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Donnerstag 25.07.2013 - Besichtigung von Gävle

Für unseren letzten Tag in Gävle hatten wir uns einen ausgedehnten Besuch der Stadt vorgenommen. Also konnten wir uns Zeit für ein gemütliches Frühstück nehmen. Die Morgensonne war warm, ich war kräftig mit Autan eingesprüht, und neben unserem Zelt am See stand ein zwar wackliger, aber funktionstauglicher Picknicktisch. Die kleinen Baguettes, die wir am Vortag gekauft hatten, buk ich im Ofen in der Gemeinschaftsküche auf, während ich das Teewasser im Kessel auf dem Herd zum kochen brachte. Dazu gab es Pur Porc und französischen Ziegenkäse. Nicht schwedisch, aber lecker!

Auf dem Weg nach Gävle hielten wir kurz an einer Informationstafel, an der es einen Ständer mit kostenlosen Stadtplänen gab. Ich zerrte mit einiger Anstrengung ein Exemplar heraus, und musste mir Mühe geben, nicht zwei zu erwischen und auch nichts zu zerfetzen. Man sollte die Personen, die am Entwurf dieses Broschürenspenders beteiligt waren, dazu zwingen, dieses Produkt regelmäßig selbst zu verwenden …

Brunnen und Theater von Gävle
Brunnen und Theater von Gävle

In Gävle verstaute ich meine Jacke in meinen Rucksack, hängte mir den Rollerhelm an den Beckengurt, und begab mich zur Touristeninformation. Dort empfahl man mir einen Rundweg für Touristen, und ich bekam einen Stadtplan mit Routenmarkierung, und einige Bögen mit Erläuterungen. Die abzulaufenden Sehenswürdigkeiten waren auf der Route mit Buchstaben markiert. So ausgerüstet machten wir uns auf den Weg. Zunächst waren da ein paar hübsch gestaltete Springbrunnen, die ein Kaufmann der Stadt im neunzehnten Jahrhundert gespendet hatten, und ein Theater aus der gleichen Zeit, an dessen Fassade die Namen “Shakspeare” und “Moliére” Erwähnung fanden. Ja, genau so geschrieben. Direkt gegenüber dem Theater stand das Denkmal eines Narren, der dem erhabenen Haus dafür eine lange Nase drehte.

Säule Platz Gävle
Säule Platz Gävle

Vom Theater gingen wir weiter zu einem Marktplatz, auf dem wir vier Themensäulen, ein paar Marktstände, und einige Cafés fanden. Vor einem der Cafés setzten wir uns für eine Pause in den Schatten, und die Themensäulen fotografierten wir. Nächster Punkt auf dem Plan war eine Kirche, die auf lehmigem Grund errichtet worden war, und darum etwas schief stand. Nicht annähernd so schief wie der bekannte Turm in Italien, aber immerhin …

Engel Gävle
Engel Gävle

Im angrenzenden Park, der nach französischen Vorbildern errichtet worden sein sollte, fotografierten wir einige Skulpturen und ein Stauwehr, das zur Stromerzeugung genutzt wurde, und kamen schließlich an ein blaugekacheltes Gebäude, dem Namen nach eine Musikhalle, der Ausstrahlung nach eine Badeanstalt. Auf dem Parkplatz, den wir überquerten, fielen mir einige Betonpoller in Gestalt von Ziegenböcken auf, dem Wahrzeichen der Stadt. Auch die mussten natürlich fotografiert werden. Der nächste Haltepunkt war dann eine schattige Bank vor einem Imbiss, wo wir uns ausruhten und uns mit eisgekühlter Pepsi Max erfrischten.

Während wir da saßen, kam ein niederländischer Autofahrer an unseren Tisch. Er sprach kein Englisch und kein Deutsch, und wir kein Niederländisch. Die Verständigung klappte dennoch leidlich: er war sich nicht sicher, wie er fahren sollte, und hatte offenbar keine Straßenkarte, sondern nur den Ausdruck einer Route aus Google Maps, immerhin aber auch in textueller Form. Jacques überprüfte die Route mit seinem Garmin, und erklärte dem Holländer, an welcher Stelle er die E4 verlassen müsse. Meine Güte. Dass nicht jeder ein Navi haben kann, war mir verständlich. Aber von den Niederlanden nach Schweden fahren, ohne eine Straßenkarte? Mutig, mindestens!

Gävles Maskottchen
Gävles Maskottchen

Uns wurden inzwischen die Beine schwer. Wir gingen noch weiter bis zur Stadtbibliothek, wo Jacques deutsche Zeitungen las und ein paar Seiten im Internet ansah, während ich draußen auf einer schattigen Bank wartete, und den neuesten Perry Rhodan mit meinem Smartphone bei Beam-EBooks herunterlud. Danach brachen wir den Rundweg ab, gingen zurück zum Roller, und ich kaufte mir unterwegs noch ein Eis.

Auf dem Rückweg zum Camping schauten wir noch kurz beim Lidl herein. Zum Abendessen sollte es ein unkompliziertes Fertiggericht geben. Wir entschieden uns für eine Maxidose Bohneneintopf. Außerdem war mir aufgefallen, dass die Frischkäsedosen dazu neigten, undicht zu werden, weshalb wir öfters mal Molke im Topcase hatten. Der Lidl hatte passende Plastikdosen im Angebot, aber leider nur im Dreier-Set. Eine Dose stand allerdings einzeln herum, und der Rest des Sets fehlte. Ich nahm die Dose mit zur Kasse, und fragte, ob man mir die Dose zu einem Drittel des Set-Preises verkaufen würde. Nein, wurde mir beschieden, das ginge nicht. Man müsse mir, wenn schon, den Preis für ein volles Set berechnen. Wir ließen die Dose da, und sie wanderte vor unseren Augen in den Müll. Wunder des Kapitalismus!